Endlich ist es fertig: auf dem Gelände des Goslarer Tierheims dürfen diese Woche die Hunde in ihr neues Hundehaus umziehen. Nach vielen Jahren Planung und nur dank zahlreicher Unterstützer konnte der schicke Bau den Vierbeinern übergeben werden.

Einweihung des neuen HundehausesEigentlich war vorgesehen, den Neubau im großen Rahmen einzuweihen: mit einem Fest, mit geladenen Gästen und allen Unterstützern des Tierheims. Wie auch anderorts hat Corona diese Pläne durchkreuzt. Eher egal wird es den Protagonisten sein: jenen Hunden, die diese Woche erstmals ihre nagelneuen Boxen beziehen dürfen.

Lang genug hat's ja gedauert: seit über fünf Jahren plant der Tierschutzverein den Neubau. Das bisherige Haus erfüllte schon lange nicht mehr die Anforderungen an eine für die Tiere angemessene Unterbringung. Die Vorgaben und Auflagen für den Neubau machten diesen jedoch auch nicht gerade billig. Allein mit eigenen Mitteln konnte der Verein das Projekt nicht stemmen. Nur mit den Zuschüssen der Stadt Goslar, der Stadt Seesen, des Landkreises und des Deutschen Tierschutzbundes sowie unzähligen Spendern war die Gesamtsumme von ca. 450.000 Euro aufzubringen.

Spatenstich war im September 2019. Heute kann sich das Ergebnis sehen lassen: entstanden sind 13 Hunde-Boxen mit jeweils genügend Platz, reichlich Tageslicht und allesamt mit Ausblick. Dazu kommt die nötige Technik und Ausstattung, und auch ein angeschlossener großer Auslauf im Freien wurde mit realisiert. Auch optisch fügt sich das Gebäude mit dem schick gestalteten Eingangsbereich sehr harmonisch in das Gelände ein.

Und wer darf nun darin wohnen?

"Unsere Vermittlungstiere haben den Vortritt", erklärt Ralf Domroes, 1. Vorsitzender des Vereins. "Diese Woche werden alle Hunde aus unserem Bestand umziehen." Insgesamt beherbergt das Tierheim derzeit acht Hunde, darunter zwei Pensionstiere, so dass das neue Haus noch nicht ausgelastet ist. Trotzdem wird auch das vorherige Hundehaus modernisiert und weiterhin genutzt, um bei Bedarf ausreichend Kapazitäten von bis zu 20 weiteren Zwingern vorhalten zu können.

Dass eine offizielle, feierliche Eröffnung derzeit nicht möglich ist, bedauert Domroes. Zumal es dem Verein ein Bedürfnis wäre, sich bei allen Spendern öffentlich zu bedanken. "Danke sagen können wir nun nur über diesen indirekten Weg: Danke dafür, dass ohne die vielen Unterstützer dieser Bau nicht möglich gewesen wäre". Gegebenenfalls kann dies im kleinen Rahmen zur Bescherung an Heiligabend nachgeholt werden, vielleicht aber auch erst zum Sommerfest im nächsten Jahr. "Immerhin hat Corona unseren Baufortschritt nicht behindert. Wir freuen uns, dass wir unseren Schützlingen endlich eine angemessene Unterkunft zur Verfügung stellen können.“, ergänzt die 2. Vorsitzende Sabine Reichardt.

Zufrieden ist der Vereinsvorstand auch mit den Gesamtkosten, die - anders als man es derzeit beinahe schon gewohnt ist - weitestgehend im vorher kalkulierten Rahmen geblieben sind. Den Bauverlauf kann man übrigens in unserem Bautagebuch nachverfolgen.