Auf Speisekarten finden sich exotische „Spezialitäten“, mancherorts werden Tiere zur Belustigung des Publikums vorgeführt, gequält und sogar getötet: im Ausland kommen Urlauber oft mit unterschiedlichsten Tierschutzproblemen in Berührung, nicht selten ohne es überhaupt zu ahnen.

Von Steve Niewisch

Tierschutz in UrlaubsländernIn zahlreichen Ländern Süd- und Osteuropas, aber auch außerhalb der EU spielt der Tierschutz eine untergeordnete Rolle. In Tierparks werden Tiere oft nur zur Unterhaltung der Touristen präsentiert und in Shows vorgeführt, während die arteigenen Verhaltensweisen und Bedürfnisse der Tiere dabei wissentlich ignoriert werden. Daher sind solche Attraktionen zu meiden, ganz besonders Delfinarien oder Stierkampfshows.

Skrupellose Tierhändler leben von der vermeintlichen Hilfsbereitschaft der Touristen und machen mit lebenden Tieren großen Profit. Lassen Sie sich daher niemals mit Wildtieren fotografieren, denn viele dieser Tiere wurden als Jungtiere ihren Müttern weggenommen. Und auch aus Mitleid dürfen Sie lebende Tiere nicht freikaufen, weil jedes freigekaufte Tier sofort durch ein anderes ersetzt und die Quälerei damit fortgeführt wird. Selbstredend tabu sind die in Touristen-Orten oft angebotenen Tierqual-Souvenirs: Taschen aus Krokodilleder, Pelze oder Schnitzereien aus Elfenbein werden nach wie vor in unzähligen Ländern verkauft.

Exotische Spezialitäten

In der Gastronomie sind viele Spezialitäten mit enormem Tierleid verbunden, die von Urlaubern grundsätzlich boykottiert werden sollten. Einige Beispiele: Gänsestopfleber wird besonders in Frankreich gern gegessen. Den Gänsen wird in ihrem kurzen Leben über einen langen Trichter Futter in den Magen gepumpt. Die durch diese Mast schließlich krankhaft veränderte Fettleber gilt als Delikatesse. Singvögel, die zum Teil auch unter Artenschutz stehen, werden besonders in Malta und Italien, aber auch in Frankreich mit Netzen und Leimruten gejagt oder geschossen, und gelten als besonders schmackhaft. Froschschenkel werden unter anderem in den Küchen Frankreichs, Spaniens oder auch in Belgien als Delikatesse angesehen; meist werden die Tiere weder betäubt noch getötet, bevor ihnen die Hinterbeine ausgerissen werden. Haifischflossensuppe ist in Asien beliebt – Jahr für Jahr werden bis zu 75 Millionen Haie gefangen und ihnen bei lebendigem Leibe die Flossen abgetrennt. Die schwer verletzten Tiere werden ins Meer zurückgeworfen, wo sie qualvoll verenden.

Unbedingt boykottieren

Dieses Leid der Tiere dürfen Touristen nicht unterstützen! Nur wenn Reisende Attraktionen, tierschutzwidrige Spezialitäten und auf Tierquälerei zurückzuführende Souvenirs meiden, lassen sich Verbesserungen für die Tiere erreichen. Hier gilt: vielleicht nicht unmittelbar, aber zumindest langfristig haben Sie als Urlauber die größte Macht.

 

ARKO 4Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 4, Dezember 2014.