Verfasst von der Jugendgruppe des Tierschutzvereins:
Pamela Bouphasavanh, Joanne Henne, Lukas Jürß, Emilia Thoulakith, Jan Waligorski und Nina Zellmann.

Foto mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Tierschutzbund e.V.Man sieht das Plakat eines Zirkus‘, und die Kinderaugen beginnen zu leuchten. Es macht Freude zu sehen, wie die warmherzigen Dickhäuter Kunststückchen vollführen. Doch wie viel Spaß macht das den Elefanten? Ein Zirkus bleibt nie lange an einem Ort, denn dieser wird bis zu 50 Mal im Jahr gewechselt. Also schnell hin, um das Spektakel nicht zu verpassen. Doch so wird das Tierleiden unbewusst unterstützt. Es führt dazu, dass die Tiere in zu kleinen und unzureichenden Käfigen transportiert und gehalten werden, um einen schnellen Auf- und Abbau zu gewährleisten.

Doch wie wirkt sich das auf die Tiere aus? Ein Zirkus hat weder den Platz, noch die Möglichkeiten, 20 Elefanten zu halten. In der Natur leben Elefanten aber in einer großen Gruppe, einer „Familie“. Sozialkontakte sind deshalb, wenn überhaupt, nur eingeschränkt möglich, was zu Verhaltensstörungen führt. Hinzu kommt, dass die tierärztliche Versorgung oft mangelhaft ist, weil der Zirkus sich keine Behandlung leisten kann oder will. Die nötige Sachkunde ist oft nicht vorhanden. Durch all diese Faktoren wird das Leben der Elefanten massiv verkürzt.

Wieso tut niemand etwas?

Veterinärbehörden können nichts tun, da Zirkusse oft und unangemeldet den Standort wechseln und sich so immer wieder die Behördenzuständigkeit ändert. Des Weiteren gibt es keine Auffangstationen für die Elefanten bzw. andere Zirkustiere. Auch die Haltungsvorgaben für Zirkusse sind gering, weswegen die Veterinärbehörden keine strengeren Anforderungen stellen können.

Aber die Besucher und vor allem die Kinder sind überzeugt: Die Elefanten haben Spaß bei dem, was sie tun. Dabei wird aber vergessen, was in den Tieren vorgeht.

Die Kunststücke, die die Elefanten vollführen, sind beeindruckend. Doch die Tiere können die Kunststücke nicht von Natur aus. Man bringt sie dazu, diese zu vollbringen, indem Zwang und Gewalt angewendet wird. Anders geht es nicht, denn Elefanten sind Wildtiere mit einem gewissen Aggressionspotenzial, das unter Kontrolle gebracht werden muss. Durch Schmerz und Nahrungsentzug wird der Wille des Elefanten gebrochen, denn er muss lernen, dem Menschen zu gehorchen.

Eine besondere Rolle spielt der „Elefantenhaken“. Mit diesem können die Tiere zurückgedrängt oder „gezogen“ werden. Die Tiere haben eine empfindliche Haut, weswegen diese Methode besondere Schmerzen verursacht und durch Wunden an Ohren, Stirn und Rüssel erkennbar ist. Oft wird versucht, den Haken mithilfe von Rasierpinseln oder Ähnlichem zu verdecken. Neben dem Elefantenhaken werden aber auch Peitschen und Knüppel zum Schlagen der Elefanten verwendet. Auch Elektroschocks sind keine Seltenheit. Die Elefanten erleiden durch diese Art von Dressur nicht nur körperliche, sondern auch mentale Qualen, da sie in ständiger Angst vor einer erneuten Strafe leben müssen.

Menschen können aufhören, wenn sie keinen Spaß mehr an ihrer Arbeit haben. Elefanten hingegen müssen oftmals bis an ihr Lebensende psychische und physische Qualen erleiden, um das magische Erscheinungsbild des Zirkus‘ aufrecht zu erhalten.

Wie schön kann es also sein in Zirkussen, die ohne Tiere arbeiten, nur den Artisten zuzusehen? Wir, die Jugendgruppe des Tierschutzvereins Goslar und Umgebung e.V., appellieren daher an unsere Leser: Meidet die Zirkusse, die Wildtiere mit sich führen, und macht euch als Zuschauer nicht mitverantwortlich für die Ausbeutung von Lebewesen.

 

ARKO 6Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 6, Dezember 2015.