Deutscher Tierschutzbund e.V. / Tierschutzverein Goslar und Umgebung e.V.

Katzenschutzkampagne - Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.Frei lebende Straßenkatzen leiden häufig an Unterernährung, Parasiten und Infektionskrankheiten und führen einen harten Kampf ums Überleben. Da die rund zwei Millionen dieser Tiere in Deutschland ursprünglich von unkastrierten Katzen mit Freigang aus Privathaushalten abstammen, ist die Kastration die einzige nachhaltige Lösung, den Teufelskreis der unkontrollierten Fortpflanzung zu durchbrechen. Wie breit organisierte und finanzierte Kastrationsaktionen das Leid der Tiere mindern können, macht nun erneut Schleswig-Holstein deutlich, das als Bundesland eine Vorreiterrolle einnimmt.

Dort haben Tierschützer in Zusammenarbeit mit Land und Kommunen bereits im Jahr 2014 Kastrationsaktionen gestartet. Seitdem konnten über 10.000 Katzen kastriert werden. Im Rahmen der jüngsten Aktion, die vergangene Woche zu Ende ging, waren es mehr als eintausend. Die Zahlen sind rückläufig – wohl auch deshalb, weil die Population der frei lebenden Katzen zurückgeht. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und den Erfolg, der tatsächlich in den Tierheimen sichtbar wird – diese meldeten bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen“, sagt Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes.

Für die jüngste Aktion steuerten der Deutsche Tierschutzbund und Tierschutzorganisationen im Land insgesamt 55.000 Euro bei. Das Umweltministerium stellte 180.000 Euro zur Verfügung. Tierärzte verzichteten pro Kastration auf ein Honorar von 25 Euro. In diesem Herbst übrig gebliebene Mittel - mehr als 20.000 Euro - sollen im Frühjahr in die nächsten Kastrationen fließen. Auch der Landkreistag Schleswig-Holstein hat zugesagt, dass es im Frühjahr und Herbst 2018 weitere Aktionen geben wird.

Vorbild für Niedersachsen

Es ist notwendig, dass auch Niedersachsen ein vergleichbares Modell für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht umsetzt. Unser Tierschutzverein bearbeitet dieses Thema bereits seit vielen Jahren - bislang leider ohne Erfolg. Wir bleiben dran.