Am 1. Juni tritt in Goslar eine wegweisende Änderung der SOG-Verordnung in Kraft: künftig müssen Freigänger kastriert und gekennzeichnet sein. Der Rat der Stadt Goslar hat eine entsprechende Änderung der Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beschlossen.

Freilaufende Katzen müssen kastriert und gechipt seinWörtlich heißt es im neu eingefügten Paragraph 6, Absatz 5:

"Katzenhalter/innen, die ihrer Katze die Möglichkeit gewähren, sich außerhalb der Wohnung zu bewegen, haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip kennzeichnen und registrieren zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen. Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen  regelmäßig Futter zur Verfügung stellt. Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden, sofern eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt wird."

Hintergrund der Katzenkastrations- und Kennzeichnungspflicht ist die stetig steigende Zahl herrenloser und verwilderter Katzen im Stadtgebiet. Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen, pro Wurf werden drei bis fünf Junge geboren. Das Schicksal dieser Tiere ist ungewiss, nicht selten gehen diese Tiere mangels Futter und Pflege leidvoll ein.

Die Änderung der Verordnung ist auch auf die Initiative unseres Tierschutzvereines zurückzuführen. Nach der Katzenschwemme, die wir im letzten Jahr im Tierheim zu spüren bekamen, war klar: hier muss etwas verändert werden! Nach einem Gespräch unserer 2. Vorsitzenden Sabine Reichardt mit der Fraktionsvorsitzenden der SPD Urte Schwerdtner brachte die SPD einen entsprechenden Antrag auf den Weg. In einer Ausschusssitzung, an der auch unsere Vorstandsspitze Ralf Domroes und Sabine Reichardt teilnahmen, wurde einstimmig der Antrag befürwortet und in den Rat eingebracht, in dem er dann ebenfalls einstimmig verabschiedet wurde.

Wir appellieren ausdrücklich, die neue Verordnung umzusetzen. Eine Kastration von Freigänger-Katzen reduziert auf Dauer die Überpopulation von "wilden" Katzen und verhindert somit viel Katzenelend. Gleichzeitig wird unterbunden, dass frei lebende Katzen auf Privatgrundstücken auf Futtersuche gehen. Es ist im Interesse aller Katzenhalter, ihre Freigänger zu chippen und - ganz wichtig - auch registrieren zu lassen. Eine Katze, die als Fundkatze im Tierheim abgegeben wird, kann, wenn sie ungechipt ist, keinem Besitzer zugeordnet und daher auch nicht umgehend dem Besitzer zurückgegeben werden.

Ein vorsätzlicher oder fahrlässiger Verstoß gegen diese Verordnung stellt übrigens eine Ordnungswidrig dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden darf.