Der Antrag an die Landesregierung war eindeutig: Jede Straßenmeisterei und Polizeidienststelle in Niedersachsen sollte mindestens mit einem Haustier-Chiplesegerät ausgestattet werden. Die Regierungskoalition hat diesen Antrag am 20. November unterbunden.

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.

Das Entlaufen eines Haustieres hat nicht immer einen glücklichen Ausgang. Oft wird es Opfer der mangelnden Versorgung oder des Straßenverkehrs und endet tragisch als Totfund. Die Straßenmeistereien und Polizeidienststellen sind innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit verantwortlich. Darunter fällt auch die Beseitigung getöteter Heimtiere. Häufig können diese Stellen jedoch nicht den Halter ermitteln, weil die technische Ausstattung – ein Chiplesegerät – fehlt.

„Viele Tiere werden einfach verscharrt oder entsorgt“, beschreibt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.. Dieser hatte den Antrag von Beginn an unterstützt. „Unsere Mitgliedsvereine erhalten ständig Vermisst-Meldungen und können dann – wenn die Tiere nicht im Tierheim abgegeben wurden – keine Auskunft zum Verbleib geben. Daraus resultiert, dass die betroffenen Halter-/innen große Sorgen um ihr Heimtier als Familienmitglied machen."

Zu der Argumentation der Tierärztekammer Niedersachsen, dass „der Aufwand nicht in Relation zu dem, was man damit bezwecken möchte" stehe, merkt Dieter Ruhnke an, „dass dies als respektlos und anmaßend zu bewerten ist, weil es nicht um eine Wirtschaftlichkeitsberechnung geht, sondern um die Übernahme der Verantwortung als ethisch moralische Verpflichtung gegenüber den Betroffenen. Und dies mit einem überschaubaren, minimalen Aufwand von weniger als 10.000 € für ganz Niedersachsen."

Ruhnke weiter: „Die amtliche Zuständigkeit für Totfunde, aber auch für aufgefundene lebende Tiere, liegt ausnahmslos bei den zuständigen Behörden. Es kann nicht sein, dass man sich beim Auslesen von Tiermikrochips scheinbar auf ehrenamtliche Tierschutzvereine abstützen will, die noch nicht einmal flächendeckend in Niedersachsen vertreten sind."