Das Osterfest steht vor der Tür - und damit einige Ostertraditionen. Leider wird oft verdrängt, dass manche Bräuche Tierleid mit sich bringen. So werden Eier in Massen konsumiert, tausende Kaninchen, Lämmer und Fische enden nach ihrer Mast als Festtagsbraten auf dem Tisch. Dabei ist es recht einfach, tierfreundliche Ostern zu feiern, ohne auf Kuchen, Süßigkeiten oder ein Festmahl verzichten zu müssen.

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. / Steve Niewisch

Tierfreundliche OsternDas Ei gehört für viele einfach dazu. Kaufen Sie aber bitte Bio-Eier, Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung mit dem Tierschutzlabel "Für mehr Tierschutz" oder Eier von Landwirten, die sich dem NEULAND-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung angeschlossen haben. Beachten Sie auch den Stempel auf dem Ei: die 3 als erste Ziffer besagt, dass die Eier aus Käfighaltung stammen.

Bereits für den Handel gefärbte Eier müssen nicht gekennzeichnet werden, so dass die Haltungsform nicht eindeutig erkennbar ist. Färben Sie daher die Eier selber. Am besten mit Naturmaterial wie Zwiebelschalen, Karotten, Rote Bete, Kurkuma, Spinat und Co., um ungesunde Farbstoffe zu vermeiden.

Gegen Süßigkeiten ist im Grunde nichts einzuwenden. Viele sind ohnehin oftmals vegan, etwa dunkle Schokolade oder Marzipan. Auch Fruchtgummis und diverse Keks- und Gebäcksorten sind mittlerweile ohne Gelatine und Bienenwachs bzw. ohne Eier oder Milch erhältlich. Und beim Backen können Sie auf pflanzliche Ei-Alternativen zurückgreifen.

Zwiespältig wird es beim tierischen Festtagsbraten. Der Lammbraten beispielsweise gehört bei vielen Menschen traditionell zum Osterfest. Vor allem das Milchlamm ist begehrt - der Name bezieht sich übrigens darauf, dass sie im Alter der Schlachtung (zwei bis sechs Monate) noch Muttermilch aufnehmen. Während ein Schaf eigentlich rund 20 Jahre alt werden könnte, dürfen die wenigsten Tiere länger als ein Jahr leben. Und ein Großteil der Kaninchen wird in Batteriekäfigen über mehrere Etagen gehalten. In der beengten Haltung sind die bewegungsfreudigen Tiere nahezu zur Bewegungsunfähigkeit verdammt. Hoppeln, Sprünge, „Männchenmachen“ sind nicht möglich, schmerzhafte Wirbelsäulenverkrümmungen und Gelenkprobleme sind die Folge. Die weiblichen Tiere müssen alle vier bis sechs Wochen Junge „produzieren“ - der hohe Reproduktionsrhythmus belastet die Tiere enorm.

Es liegt bei Ihnen, in wie weit Ihr Osterfest tierfreundlich ausfällt. Letztendlich haben Sie die Verbraucher haben die Macht, durch geringere Nachfrage das Tierleid zu reduzieren.