Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Erbe auch einen guten Zweck unterstützen. Vor allem, wer keine Kinder hat, denkt darüber nach, etwas an eine gemeinnützige Organisation zu vererben.

Beginnen wir mit einem guten Beispiel: Ilse Vormann wollte rechtzeitig ihren Nachlass regeln und nach dem Tod ihres Mannes selbst für den Ernstfall vorsorgen. Eigene Kinder hatte das Paar nicht. Ihr Vermögen wollte die Witwe dennoch an die nächste Generation weitergeben. „Mit meinem Beitrag möchte ich etwas für Tiere tun. Tiere waren Zeit meines Lebens meine Wegbegleiter und nun kann ich etwas zurückgeben“ war ihre Grundeinstellung.
Sie ließ sich beraten und bestimmte in ihrem Testament schließlich unseren Tierschutzverein zu ihrem Erben. Mit einem Teil des Erbes wird unser neues Hundehaus gebaut.

So wie Ilse Vormann wollen immer mehr Menschen mit ihrem Erbe nicht nur diejenigen versorgen, die ihnen nahestehen. Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre kann sich vorstellen, einen Teil des Nachlasses einem guten Zweck zugutekommen zu lassen. Bei Menschen ohne Kinder ist es sogar jeder Dritte. Das ergab eine repräsentative GfK-Umfrage. Auch viele Angehörige unterstützen demnach den Wunsch der Erblasser.

Wer sich indes konkret damit beschäftigt, was vom eigenen Leben einmal bleiben soll, dem kommen viele Fragen: Wie kann ich einen Teil meines Nachlasses zum Beispiel an einen gemeinnützigen Verein vermachen? Geht das auch mit einem kleinen Betrag? Woher weiß ich, dass mein Erbe in meinem Sinne eingesetzt wird? All diese Fragen sind berechtigt. Umso erfreulicher die Nachricht: Viel gibt es nicht zu beachten!

Ein Testament ist Voraussetzung

Das Wichtigste gleich vorweg: wer gemeinnützig vererben möchte, braucht ein Testament. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt allein Blutsverwandte, Adoptivkinder, Ehepartner und den Staat. Nur ein Testament oder ein Erbvertrag setzen diese Regelung außer Kraft und ermöglichen individuelle Gestaltungsfreiheit.

Ein eigenhändiges Testament ist gültig, wenn es komplett mit der Hand geschrieben und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen ist. Änderungen, Nachträge, Widerrufe sind jederzeit möglich. Wer komplexe Regelungen treffen möchte, sollte sich von einem Erbrechtsanwalt oder Notar beraten lassen. Richtig aufbewahrt ist Ihr Testament dort, wo es nicht verloren geht – und nach dem Tod schnell gefunden wird. Wer ganz sicher sein möchte, kann es beim Amtsgericht hinterlegen.

Vererben und Vermachen sind nicht dasselbe

Diesen Unterschied sollten Sie kennen: Wer zum Erben bestimmt wird, der übernimmt nicht nur Vermögen, Auto, Haus oder Mieteinnahmen, sondern auch alle Verbindlichkeiten und Schulden. Soll nur ein Teil des Vermögens zugunsten eines guten Zwecks bestimmt werden, ist ein Vermächtnis der beste Weg. Im Testament kann es einfach und konkret heißen: „Die Organisation XYZ soll ein Vermächtnis von X Euro erhalten.“ Wichtig ist: Informieren Sie die Organisation über die beabsichtigte Zuwendung, damit sie Ihren Wünschen nachkommen kann.

Wer mit seinem Erbe eine gute Sache unterstützen möchte, tut dies meist mit einem Teil seines Nachlasses. Viele Angehörige unterstützen den Wunsch. Das offene Gespräch über den letzten Willen gibt allen Beteiligten die nötige Sicherheit. Zweifel der Angehörigen sind in den meisten Fällen unbegründet. Der Gesetzgeber garantiert Ehe- und eingetragenen Lebenspartnern, Kindern, Adoptivkindern und Eltern einen Anspruch auf den Pflichtteil.

Für den guten Zweck ist Schenken eine Alternative zum Testament. Schon zu Lebzeiten kann man Teile seines Vermögens verschenken, unseren Verein in der Lebensversicherung begünstigen oder verfügen, dass ein Bankguthaben im Todesfall übertragen wird.

Auch kleine Beträge bewirken Gutes

Anders als viele denken, muss es nicht gleich eine eigene Stiftung sein, um Bleibendes zu hinterlassen. Auch wenn das Vermögen nicht groß ist, können Sie mit einem Testament die Arbeit zum Beispiel auch unseres gemeinnützigen Tierschutzvereins wirkungsvoll unterstützen. Der Staat würdigt gesellschaftliches Engagement, auch bei Testamenten und Schenkungen: alle Organisationen und Stiftungen, die das Finanzamt als gemeinnützig anerkennt, sind von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. So ist auch unser Verein von der Erbschaftssteuer befreit.

Und noch ein kleiner Hinweis für alle, die keine Angehörigen haben: Als Erben kümmern wir uns nach vorheriger Absprache auch um Wohnungsauflösung, Bestattung und Grabpflege. Falls Sie sich konkret mit diesem – durchaus schwermütigen, aber wichtigen – Thema beschäftigen, scheuen Sie sich nicht, unser Team anzusprechen. Wir haben für Sie ein offenes Ohr.