Kaninchen, beliebte Haustiere bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, werden leider häufig nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten. Viele Tiere müssen allein in zu kleinen Käfigen leben, bekommen nur ungesunde handelsübliche Futtermischungen und werden infolge der Fehlhaltung nicht selten krank und aggressiv. Grundsätzlich benötigen Kaninchen zum Glücklichsein mindestens einen Artgenossen, viel Platz zum Toben und eine Ernährung mit frischem Gemüse, Gräsern, Zweigen und gutem Heu.

Von Steve Niewisch

Tipps für die artgerechte Haltung von KaninchenDie Tiere haben in etwa den gleichen Bewegungsdrang wie eine Katze. Daher sind selbst die größten im Handel erhältlichen Käfige noch zu klein. Grundsätzlich gilt: je größer die Fläche des Käfig und des Auslaufs, desto besser. Optimal könnten beispielsweise zwei Tiere in einem rund sechs Quadratmeter großen Außen- oder Balkon gehege mit je einem wetterfesten Unterschlupf gehalten werden. Wichtig ist, dass das Gehege zu allen Seiten – auch nach oben und unten – gut gesichert ist, so dass weder die Kaninchen aus- noch ihre Feinde einbrechen können.

Auch zur Innenhaltung eignen sich die Tiere, entweder frei in der Wohnung, in einem Zimmer oder in einem entsprechend großen Gehege mit mindestens zwei Quadratmetern Platz pro Kaninchen. Zum Schutz müssen Kabel (durch Kabelschläuche) und – je nach Tier – auch Tapeten und Möbel gesichert werden.

Haben Kaninchen nicht genügend Beschäftigung, kommen schnell Langeweile und Frust auf; Krankheit und Aggressivität der Tiere sind häufig die Folge. Sowohl bei Außen- als auch bei Innenhaltung gibt es vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten gegen Langeweile. Eine Buddelkiste, Pappkartons, Knabberzweige, Kaninchenspielzeug aus unbehandeltem Holz sowie Kuschelkissen und -decken bieten Abwechslung. Da Kaninchen Fluchttiere sind, brauchen sie vor allem Versteckmöglichkeiten in einem Häuschen oder in Korkröhren, eine zusätzliche erhöhte Fläche zum „Übersichtsliegen“ wird ebenfalls meist sehr gerne angenommen.

Frischfutter auf den Speiseplan

Kaninchen haben einen Stopfmagen. Die Nahrung wird durch immer wieder neu aufgenommenes Futter vom Magen über den Darm in Richtung After weitergeschoben. Daher verbringen Kaninchen einen Großteil des Tages mit Fressen und müssen rund um die Uhr geeignetes Futter zur Verfügung haben. Nebenbei können sie gleichzeitig ihre ständig nachwachsenden Zähne abnutzen.

Hinsichtlich der richtigen Ernährung hilft es, einen Blick auf den Speiseplan der wilden Artgenossen unserer Hauskaninchen zu werfen. Als reine Pflanzenfresser ernähren sie sich überwiegend von Wurzeln, Rinden, Gräsern, Samen, Kräutern, Blättern und (je nach Verfügbarkeit) von Gemüse, Obst und verschiedenen Getreidearten. Grundsätzlich müssen stets hochwertiges Heu, jederzeit Wasser und Frischfutter vorhanden sein. Im Sommer können Kaninchen größtenteils mit frischen Gräsern, Kräutern, Blüten und Blättern von verschiedenen Bäumen versorgt werden. Generell ist es wichtig, dass Umstellungen beim Futter nur allmählich vorgenommen und neue Sorten langsam angefüttert werden.

 

ARKO 4Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 4, Dezember 2014.