schatten katzeWenn man sich dazu entschließt, eine Katze aus dem Tierheim aufzunehmen, empfiehlt es sich, einige Punkte zu berücksichtigen, damit Mensch und Tier sich miteinander wohlfühlen.

Von Lurleen Kleinewig

Eine neue Katze kommt ins HausWichtig ist, der Katze schon beim Einzug ausreichend Möglichkeiten zum Rückzug zu bieten. Dafür eignet sich zum Beispiel die Höhle eines Kratzbaums, ein Plüschhäuschen aus dem Fachhandel oder einfach ein umgedrehter Pappkarton. Manche Katzen ziehen es auch vor, sich unter dem Bett oder Sofa zu verstecken, wenn sie zum erstenmal fremde Räumlichkeiten betreten. Man sollte keinesfalls versuchen,sie aus ihrem Versteck herauszuholen, sondern warten, bis sie von selbst hervorkommen. Genau wie bei uns Menschen gibt es auch bei Katzen grundverschiedene Charaktere - die einen sind neugierig und zutraulich, die anderen eher schüchtern und verschlossen. Wenn man das Tier nicht bedrängt, sondern ihm Zeit gibt, Vertrauen zu fassen, wird auch eine scheue Katze relativ zeitnah „auftauen“.

Einige Samtpfoten streifen von Anfang an mutig durch ihr neues Revier und nehmen mit Begeisterung am Alltagsleben teil. Sollte Ihre Katze sich zunächst verstecken, stellen Sie Futter- und Wassernapf in ausreichendem Abstand zueinander in die Nähe ihres Verstecks und sorgen Sie dafür, dass auch die Katzentoilette in Sichtweite steht. Später kann diese an den ihr ursprünglich zugedachten Platz versetzt werden. Bei ängstlichen Katzen kann es zudem hilfreich sein, das Raumangebot zunächst auf ein oder wenige Zimmer zu beschränken und erst nach und nach die ganze Wohnung freizugeben. Richten Sie einige gemütliche Schlafplätze her, gern auch in luftiger Höhe, denn Katzen verbringen bis zu 16 Stunden des Tages mit Schlafen.

Katzen sind Gewohnheitstiere. Bieten Sie dem neuen Stubentiger zunächst das Futter an, das er aus dem Tierheim kennt, um den Magen-/Darmtrakt nicht unnötig zu belasten. Eine Futterumstellung sollte immer langsam erfolgen. Auch wird die Katze es Ihnen danken, wenn vorerst die gewohnte Katzenstreu benutzt und die Toilette je nach Vorliebe mit oder ohne Haube angeboten wird. Ein tägliches Entfernen der Exkremente sollte selbstverständlich sein.

Schlagen Sie stets einen ruhigen und freundlichen Ton an, wenn sie mit der Katze sprechen, und vermeiden Sie hastige Bewegungen und direktes Anstarren. Zu wildesSpielen und Toben, laute Geräusche und viel Besuch können das Tier verschrecken, deshalb sollte man es in den ersten Wochen geruhsam angehen lassen, damit die Katze sich einleben kann. Katzengerechtes Spielzeug - weiche, leichte Gegenstände, die sich gut mit der Pfote bewegen und in die Luft werfen lassen, sind besonders beliebt - kann zum Beispiel im Wohnzimmer ausgelegt werden, damit die Katze sich daran bedienen kann.

Auch ein Topf mit Katzengras sollte zur freien Verfügung stehen, wenn die Katze kein Freigänger ist, denn die grünen Halme liefern der Katze wertvolle Folsäure, die ihre fleischliche Nahrung nicht enthält. Das Gras dient auch dazu, unverdauliche Haarbüschel, die bei der täglichen Fellpflege aufgenommen werden, leichter wieder nach draußen zu befördern. Sollte Ihre Katze nach dem Grasknabbern erbrechen, stellen Sie den Topf für den Rest des Tages beiseite, damit der Magen sich wieder beruhigen kann.

Sollten insbesondere in der Anfangszeit Fragen oder Probleme auftreten, lassen Sie sich von den Mitarbeiter/innen im Tierheim beraten, denn diese kennen ihre Schützlinge am besten und können Ihnen ggfs. auch einen Tierarzt in der Nähe empfehlen.

 

ARKO 1Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 1, August 2013.