schatten katzeAb wann ist meine Katze alt? Diese Frage ist nicht einheitlich zu beantworten; es hängt von vielen Faktoren ab. Generell aber darf man Katzen ab etwa dem 12. Lebensjahr als Senioren ansehen. Damit die Tiere ihren Lebensabend gesund und beschwerdefrei verbringen können, sollte man diverse Vorsorgemaßnahmen ergreifen.

Von Lurleen Kleinewig

Dazu gehört ein halbjährlicher Checkup beim Tierarzt, wo die Katze eingehend untersucht und Blut für ein sogenanntes geriatrisches Profil (eine speziell auf ältere Katzen zugeschnittene Blutuntersuchung) abgenommen werden kann. Im Alter lässt bei Katzen oft die Organleistung nach - besonders Nieren, Schild- und Bauchspeicheldrüse können betroffen sein.

Auch die Zähne bereiten älteren Tieren überdurchschnittlich oft Probleme. Zahnfleischentzündungen und FORL („Katzenkaries“) sind üblich und verursachen oft Schmerzen, zu erkennen an verändertem Fressverhalten, Appetitverlust und Gewichtsabnahme. Hier sollte schon in jüngeren Jahren durch regelmäßige Zahnreinigungen (unter Narkose) vorgebeugt werden. Der Tierarzt kann bei dieser Gelegenheit schadhafte Zähne ziehen und der Katze damit unnötiges Leid ersparen. Selbst komplett zahnlose Katzen können in der Regel problemlos Nass- und Trockenfutter fressen; nur bei sehr alten oder hinfälligen Samtpfoten ist pürierte oder kleingeschnittene Kost notwendig.

Das richtige Futter

Leider hält sich die Mär, dass Trockenfutter die Zähne reinigt, bis heute hartnäckig. Frischfleisch, das sorgfältig gekaut werden muss, beseitigt Beläge ungleich gründlicher und kommt zudem den natürlichen Ernährungsbedürfnissen von Katzen entgegen. Rohe Fleischstücke, beispielsweise von Huhn oder Rind, ersetzen bei Katzen die Zahnbürste und sollten ein- bis zweimal die Woche je nach Bedarf und Geschmack der Katze verfüttert werden.

Beim Futter gilt es zudem zu beachten, dass ein hoher Phosphatgehalt die Nieren belastet. Katzen als reine Fleischfresser nehmen über ihre Nahrung generell viel Phosphat zu sich, da Fleisch als solches grundsätzlich über einen hohen Phosphatgehalt verfügt. Gerade bei alten Tieren, deren Organe nicht mehr reibungslos arbeiten, kann dies problematisch werden. Bei Katzen, deren Nierenwerte bei der Blutkontrolle im Normbereich sind, genügt eine moderat phosphatreduzierte Fütterung.

Für nierenkranke Tiere eignet sich fertige Nierendiät, Nierenschonkost oder das gewohnte Futter versetzt mit einem Phosphatbinder. Je nach Schwere der Erkrankung muss Phosphat unter Umständen drastisch und konsequent reduziert werden. Viel Flüssigkeit ist wichtig, um die Nieren zu spülen und den Stoffwechsel in Schwung zu halten. Deshalb sollten mehrere Wassernäpfe bzw. zusätzlich ein Trinkbrunnen zur Verfügung stehen.

Anzeigen von Arthrose

Arthrose tritt häufig erst in den letzten Lebensjahren auf. Für sehr alte Katzen, die Schmerzen beim Laufen und Springen signalisieren, empfehlen sich kurze Wege zwischen Futterstelle und Katzentoilette, ebenerdige weiche Liegemöglichkeiten sowie Aufstiegshilfen zu den bevorzugten Ruheplätzen. Zugluft und Kälte setzen den Tieren zu und müssen vermieden werden. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt kann ggf. ein dauerhaft verabreichtes Schmerzmittel oder ein Entzündungshemmer der von Arthrose betroffenen Katze Linderung verschaffen.

Stärkeres Ruhe- und Schlafbedürfnis

Allgemein nimmt im Alter das Ruhe- und Schlafbedürfnis zu. Nehmen Sie Rücksicht darauf, wenn der Senior lieber dösen statt spielen möchte. Viel Liebe, Wärme und eine ruhige Umgebung tragen immens zum Wohlgefühl bei. Die meisten Tiere schätzen ihre tägliche Routine mehr als alles andere, deshalb sollten größere Veränderungen im Tagesablauf durchdacht werden, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Auftretende Beschwerden bei einer alten Katze haben fast immer eine handfeste Ursache und sind nicht einfach nur dem Alter zuzuschreiben. Im Zweifelsfall sorgt der Besuch beim Tierarzt für Klarheit – Ihr Senior wird es Ihnen danken.

 

ARKO 5Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 7, August 2016.