Mit dem ohnehin schmerzlichen Verlust eines Haustieres einher geht die Frage, wohin mit dem leblosen Tierkörper? Die Vorstellung, das Tier einem Abdecker zu überlassen, lässt die meisten Tierhalter erschaudern, und nicht jeder hat die Möglichkeit, den häufig langjährigen Begleiter angemessen im eigenen Garten zu bestatten. In Göttingerode betreibt das Forstamt Clausthal den Abschiedswald Goldberg, in dem Haustiere beigesetzt und von ihrem vorherigen Besitzer jederzeit besucht werden können.

Von Steve Niewisch

Begräbnis im Abschiedswald GoldbergDer Abschiedswald Goldberg südlich von Göttingerode, zwischen Oker und Bad Harzburg, ist kein Tierfriedhof im herkömmlichen Sinne, sondern ein naturbelassenes Waldstück, in dem die „Grabpflege“ der Natur überlassen wird. Lediglich entwurzelte oder abgebrochene oder vom Borkenkäfer befallene Fichten werden vom Forstamt beseitigt; eine Schneeräumung erfolgt nicht. Die Umzäunung zum Schutz vor Wildschweinen grenzt dieses Stück Natur vom übrigen Wald ab. Dieser Zaun bleibt nach vollständiger Belegung noch etwa zwei Jahre erhalten, wird danach abgebaut und der Abschiedswald somit zu einer normalen Waldfläche.

Vor der Beerdigung müssen Tierhalter versichern, dass das Tier nicht an einer Seuche oder anzeigepflichtigen Krankheit gestorben ist. Zu einem vereinbarten Termin bringen Sie Ihr Haustier dann zum Abschiedswald. Die Grabstätte wurde zuvor vom Forstamt ausgehoben. Das Tier kann entweder ohne Umhüllung oder mit einer Hülle aus gänzlich biologisch abbaubaren Pflanzenfasern beigesetzt werden. Das Begräbnis führt ein Mitarbeiter des Forstamtes durch, man darf sich aber auch selbst an der Beisetzung beteiligen.

In dem natürlichen Umfeld ist nicht zulässig, Grabschmuck anzubringen (beispielsweise Blumenschmuck, Einfassungen, Grabsteine, religiöse Symbole oder ähnliches), jedoch darf ein vom Forstamt zur Verfügung gestelltes Holzschild mit Namen und Sterbedatum des Tieres aufgestellt werden. Später wird während der Pflanzsaison auf jede Grabstelle ein Laubbaum gepflanzt.

Die Kosten für ein solches Begräbnis liegen zwischen 40 Euro für Kleintiere und 275 Euro für sehr große Hunde - ein fairer Preis für eine unbefristete Ruhe- und Erinnerungsstätte für einen verstorbenen Freund. Auch einige Hunde unseres Tierheims haben dort ihre letzte Ruhe gefunden.

Weitere Details, Preise und Kontaktdaten zu diesem Angebot des Forstamts Clausthal erfahren Sie im Internet unter www.landesforsten.de/2608.html oder telefonisch unter 0170-3300937.
 

Begräbnis im eigenen Garten?

Die Frage, ob man seine Haustiere im eigenen Garten beerdigen darf, wird oft widersprüchlich diskutiert. Die richtige Antwort findet man in der (wenig einfühlsamen) „Tierischen Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung“ (TierNebV), § 27, Absatz 3. Demnach dürfen Heimtiere auf einem dem Halter gehörenden Gelände beerdigt werden, wenn diese nicht in Wasserschutzgebieten liegen und sich die Grabstelle nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze befindet. Die Tiere müssen außerdem mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt sein.

 

ARKO 2Dieser Artikel erschien erstmals in ARKO, dem Magazin unseres Tierschutzvereins, Ausgabe 5, Juli 2015.